Gemeindebrief

Ausgabe Februar/März 2019

Kirche

Evangelische Kirchengemeinde Steinheim

Gemeindebrief

 

„Suche Frieden und jage ihm nach!“

Liebe Leser unseres Gemeindebriefes!

mit dieser klaren Ansage erlaube ich mir, Sie und Euch alle zu Jahresbeginn anzusprechen. Sie ist ein Vers aus Psalm 34 und beschäftigt uns in unseren Gemeinden, auch über den Tag hinaus, als Jahreslosung für 2019. Dieses Wort ist eine aktuelle Zeitansage und meines Erachtens eine gute Wahl.

Wenn dieser Gemeindebrief erscheint, ist schon Ende Januar. Die Gedanken, die wir uns „zwischen den Jahren“, rund um Weihnachten und Jahreswechsel gemacht haben, beschäftigen uns noch. Wir alle nehmen spätestens jetzt unsere neuen Kalender in Gebrauch. Diese geben uns einen Überblick über die Aufgaben, die auf uns warten. Sie wecken Freude auf besondere Anlässe. Zugleich helfen sie uns, den ganz normalen Alltag in Familie, Beruf und Freizeit zu organisieren.

Welche Aufgabe erwartet uns nun in diesem Jahr? Blicke ich mich um, dann ist es im Wesentlichen die Aufgabe, vor die unsere Jahreslosung uns stellt. Schlicht nämlich Einsatz für Frieden. Ihn suchen, ihm nachjagen, ihn hoffentlich auch finden.

Banal, diese Aussage – möge mancher einwenden. Und dann auch noch ein Imperativ, eine Aufforderung, gar ein Befehl. Ganz ohne Wenn und Aber. „Suche Frieden …“ – ist das die Aufgabe der Kirche? Ist „Einsatz für Frieden“ nicht etwa gut geregelt? Wir haben doch unsere Regierung, einen wohlgeordneten Staatsapparat, eine funktionierende Wirtschaft, die immer mehr Menschen Arbeit gibt! Niemand muss durch unser „soziales Netz“ hindurchfallen! Wir leben doch „in Frieden und Freiheit“! Muss sich die Kirche da überhaupt verantwortlich fühlen, einspannen lassen – oder schlicht einmischen?

Psalmverse gehören zu den ältesten Worten der Bibel. Auffällig ist, dass gerade sie immer wieder eine besondere Kraft entfalten. Jeder Psalm spricht unsere Sorgen an – und schärft zugleich den Blick auf das Notwendige. „Suche Frieden und jage ihm nach“ – für diesen Satz gilt das sicherlich ganz besonders.

Auch wenn wir in Steinheim und Umgebung ein beschauliches, friedliches Leben führen, Vieles weit weg zu sein scheint, unser Kreis Höxter, unser „Kulturland“ ein gutes gesellschaftliches Miteinander, und vor allem eine sehr niedrige Arbeits-losenquote aufweisen kann – so spüren wir doch etwas von den Nöten und Gefahren weltweit. Das bringt jeder Fernsehabend, jedes Gespräch unter Freunden, aber auch der fortwährende Kontakt zu unseren Partnern in Tansania und zu Flüchtlingen in unserer Nachbarschaft mit sich. Aber auch die Anliegen Hilfsbedürftiger, die jeden Dienstagmorgen unseren „Steinheimer Tisch“ aufsuchen. Oder die Einsamkeit, mit denen Menschen kämpfen, die mitten unter uns wohnen, aber niemanden haben, der sie aufsucht und ein wenig Begleitung geschweige denn Zuwendung bietet.

Ich will gerne einräumen, dass die Jahreslosung 2019 auch etwas Bedrängendes hat. Wer ist schon gerne ständig „auf der Suche“? Oder gar „auf der Jagd“? Gewiss hat sich jede/jeder für das neue Jahr Einiges vorgenommen. Dazu zählt sicher auch die gute Absicht, in den nächsten Monaten verstärkt das Wichtige von dem Zweitrangigen zu unterscheiden und sich nicht nur durch den Tag hetzen zu lassen.

Suche Frieden und jage ihm nach – denn er lässt sich finden, möchte ich ergänzen. Zuhause, bei der Arbeit, unterwegs, in der Begegnung mit Menschen. Die Jahreslosung macht uns Mut dazu!

Ihr/euer
Pastor Ulrich Beimdiek

 

Klicken sie hier wenn Sie den Gemeindebrief als PDF-Datei lesen wollen!